Wir halten zusammen - Integration und sozialer Friede
Ministerin Sylvia Löhrmann hält Festvortrag beim 11. Pfingstempfang

Heilig-Geist-Kirche Olpe
Paderborn/Olpe, 21. Mai 2016. Der 11. Pfingstempfang des Diözesankomitees im Erzbistum Paderborn war am Freitagabend gleich in zweifacher Hinsicht ein Novum. Nicht nur, dass der Empfang erstmals im südlichen Teil des Erzbistums stattfand, vielmehr war die Durchführung in einem Kirchengebäude eine viel gelobte Premiere. Die architektonisch ausgezeichnete Heilig-Geist-Kirche in Olpe-Rüblinghausen sollte dann auch ein besonderer Ort für eine atmosphärische Veranstaltung sein.

Vorstandsmitglied Michael Hullermann (re) begrüßt die Gäste
„Wir waren schon in einem Rathaus, einem Kloster, einem Schloss, einer Klinik und sogar in einem Oberlandesgericht – doch nun treffen wir uns erstmals in einer Kirche“, hob Ansgar Kaufmann, Vorsitzender des Diözesankomitees in seiner Ansprache vor zahlreichen Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft im Kirchenraum hervor. Neben Festrednerin Sylvia Löhrmann, NRW-Ministerin für Schule und Weiterbildung sowie stellvertretende Ministerpräsidentin, zählten zu den Ehrengästen Prälat Thomas Dornseifer (Paderborn), Diözesanbaumeisterin Emanuela van Branca, Dr.
vorn v.l.:H.G.Hunstig (ZdK/DK), E.v.Branca (Erzbistum), Dr.R.Böger (BKC)
Richard Böger (Vorstand der Bank für Kirche und Caritas), Bürgermeister Peter Weber, die Dechanten Andreas Neuser (Südsauerland) und Karl-Heinz Köhle (Siegen) sowie Dagmar Hanses (MdL).

Wenige Tage vor dem Katholikentag in Leipzig und dem Vortag der Vollversammlung des Diözesankomitees in Rahrbach hatte der 11. Pfingstempfang mit seinem Thema hochaktuelle Bedeutung: „Wir halten zusammen – Integration und sozialer Friede“. Flucht und Integration hätten uns alle in den letzten Wochen vielfach beschäftigt, betonte Kaufmann, die Kirche habe sich dabei insgesamt sehr positiv gezeigt. „Wir dürfen Flüchtlinge nicht als Last sehen, sondern als Farbe in unserem Leben erkennen“, forderte Ansgar Kaufmann und verwies darauf, dass das Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn gemeinsam mit dem Erzbistum Paderborn im wahren Sinne des Wortes Flagge gezeigt habe.

Flaggen für Ministerin Löhrmann und Pfarrer Steiling
„Flagge zeigen für Fremdenfreundlichkeit und Vielfalt“ lautete die Aktion, die Fahnen in verschiedenen Größen, Plakaten, Postkarten und Infomaterialien öffentlich sehr wirksam präsentiert wurden. Etwa 800 Flaggen und 25.000 Postkarten sind verschickt worden und „zeigen Flagge“ an Kirchen, Pfarrheimen, Schulen, Bildungshäusern und anderen Einrichtungen sowie auch Privathäusern. An Gastgeber Pfarrer Clemens Steiling, der zuvor einen kurzweiligen Vortrag über die Entwicklung der „Leuchtturmkirche“ Heilig-Geist gehalten hatte, und an NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann überreichte das Vorstandsgespann des Diözesankomitees, Annika Manegold und Ansgar Kaufmann, mit weiteren Vorstandsvertretern jeweils eine dieser Fahnen.

Lui Zimmermann, Lisa Tilker, Lisa Willmes
Das Musiktrio Lui Zimmermann (Singer, Songwriter, Piano), Lisa Willmes und Lisa Tilker (Gesang) baute musikalisch die Brücke zum Themenabend. Mit dem Song „Waiting on a world to change“ bewiesen sie: eine kleine Änderung – hier der Buchstaben - weist den Weg in eine neue Richtung „Working on a world to change“.

Sylvia Löhrmann nahm diesen Gedanken gerne auf und verwies gleichzeitig auf den Kirchenumbau in Olpe: „Sie haben Altes bewahrt und Neues geschaffen und daraus einen neuen Einklang geformt.“ Ihr Thema „Integration und sozialer Friede“ findet sich in dieser baulichen Leistung wieder. Nach den vielen schrecklichen Bildern der letzten Monate in den Nachrichten aus

v.l.:A.Kaufmann, Pfr.Steiling, A.Manegold, Bürgermeister P.Weber, Ministerin S.Löhrmann
Fluchtgebieten, brennenden Flüchtlingsunterkünften oder die Ereignisse in Köln, fordere sie auf, dass die Bürger Europas zusammenstehen und die Aufgaben gemeinsam annehmen.

 „Ich erlebe aber auch Menschen, die immer wieder  sagen, dass es eine schöne Arbeit ist den Flüchtlingen zu helfen. Eine Arbeit, die ihnen auch etwas zurückgibt. Und dass es für sie schön ist, zu erfahren wie wichtig dann die Kirche ist. Dass Kirche auch eine ganz wichtige Klammer ist. Und dass man stolz darauf ist, dass die Kirche das leistet, was sie leistet“, lobte Sylvia Löhrmann die vielen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Helfer aus den beiden großen Kirchen in Deutschland.

Ministerin für Schule und Weiterbildung Sylvia Löhrmann
Während in überregionalen Nachrichten immer wieder das Elend der Flüchtlingskrise durchkomme, so seien in den Regionen viele positive Projekte und Aktivitäten gerade durch die Hilfe der Kirchen entstanden. Die Ministerin: „Wir brauchen gerade jetzt einen Kompass und einen klaren Kopf. Fluchtursachen lassen sich nicht von heute auf morgen bekämpfen.“

 Als Schulministerin, die einst als Lehrerin in Solingen auch Erfahrungen mit Ausländerhass machen musste, habe sie sich oft die Frage gestellt, was eigentlich in der Entwicklung passiere, denn kein Kind würde als Rassist geboren? Gerade den Schulen spricht sie eine große Rolle zu, ihren Beitrag zur Integration zu leisten. Neue Lehrer seien eingestellt, der Sprachunterricht werde gestärkt gefördert. Die Infrastruktur des Landes NRW sei ein Plus, dass Kinder angenommen werden:

Begegnung beim Pfingstempfang in Olpe
„Ziel ist dann die schnellst mögliche Teilnehmer der Flüchtlingskinder am Regelunterricht. Und gerade Kinder untereinander sind offen, wie ich bei meinen Schulbesuchen festgestellt habe. Elan, Neugier und Offenheit überwiegen.“

 Am bundesweiten Projekt „Schule ohne Rassismus“ beteiligten sich allein in NRW 450 Schulen. Untersuchungen hätten auch gezeigt, dass gerade Kinder auf globale und ökologische Fragen sensibel reagieren. „Kinder wollen nicht, dass es anderen Kindern nicht gut geht“, so die stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes. Religion und gerade Religionsunterricht gehörten für sie dazu, wenn

Begegnung beim Pfingstempfang
Impulse gegeben werden müssen.

 In NRW werden sieben Bekenntnisse der Religionen an Schulen unterrichtet. „Im Mittelpunkt des Religionsunterrichts stehen Werte, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Unter fachlicher Anleitung ist es wichtige andere Religionen und Kulturen schon in der Schule kennenzulernen“, so Löhrmann, die sich klar dafür aussprach: „Bildungspolitik ist entscheidend für

2.v.li: der neu gewählte Dechant von Siegen
Integrationspolitik. Bildung stärkt die Demokratie und das Bewußtsein für lokale und globale Entwicklungen.“

Text: pdp/Ronald Pfaff, Fotos: DK/Karin Stieneke



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v.l.:•	Esther Göcke, Claudia Pischel, Dechant Andreas Neuser, Thomas Schneider, Mechthild Tilke,•	Susanne Stelzer,
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Fahne quer
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