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Maßnahmen zur Bewahrung der Schöpfung
Diözesankomitee lud zu Studientag „Schöpfungsbewusstes Handeln in der Kirche“ ein

Paderborn (pdp). Türen hinter sich schließen, Glühbirnen austauschen, schwere Vorhänge vor Heizungen wegziehen: Maßnahmen, um in Gebäuden Energie einzusparen und damit einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung zu leisten, sind oft einfach durchzuführen und zugleich äußerst wirkungsvoll. Davon konnten sich gut 80 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter aus Pfarrgemeinden, Verbänden und Einrichtungen überzeugen, die am Samstag am Studientag „Schöpfungsbewusstes Handeln in der Kirche“ im Paderborner Kolping-Forum teilnahmen. Zu der Veranstaltung eingeladen hatte das Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn in Kooperation mit der Hauptabteilung Pastorale Dienste und dem Bauamt im Erzbischöflichen Generalvikariat.

Detlef Herbers von der Dortmunder Kom

mende stellte fest, dass das Bewusstsein für die ökologische Herausforderung und die Notwendigkeit schöpfungsverantwortlichen Handelns aus dem Glauben in der jüngsten Zeit stark angewachsen sei. Herbers verwies auch auf die weltpolitischen Folgen des Klimawandels: Dessen Auswirkungen verschärften die Armut in den Ländern des Südens, weshalb schöpfungsbewusstes Handeln auch eine Zeichen der Solidarität und eine Frage der Gerechtigkeit sei.
Praktische Hinweise für schöpfungsbewusstes Handeln in Kirchengemeinden gab dann Christian Dahm, Berater bei der Energieagentur NRW. Unerlässlich sei eine vernünftige Planung: Zunächst müsse man die Daten für den Energieverbrauch in den verschiedenen Gebäuden beschaffen, um so jene Gebäude zu ermitteln, bei denen am ehesten Energie eingespart werden könne. Diese Daten lägen oft gar nicht vor, weshalb Investitionen häufig „aus dem Bauch heraus“ getätigt würden. Wie Dahm ausführte, seien es häufig gar nicht die Kirchengebäude, die am meisten Energie verbrauchten, sondern Kindergärten oder Gemeindezentren. Dahm riet weiterhin dazu, bei jeder anstehenden Sanierung von Altbauten die Frage zu stellen, welche energiesparenden und damit Klima schützenden Maßnahmen man treffen könne. Bei Kirchensanierungen sollte außerdem stets ein Fachberater hinzugezogen werden.
Die Notwendigkeit sorgfältiger Planung und fachlicher Beratung bei energieeffizienter Modernisierung von Gebäuden unterstrich auch Manfred Rauschen vom Ökozentrum NRW. Er verwies darauf, dass die Sanierungsquote der Gebäude in Deutschland noch unter 1 Prozent liege. Es sei also eine große Aufgabe, um mit dem Klimaschutz weiterzukommen.
Wolfgang Schütte von der Bank für Kirche und Caritas stellte Programme zur Finanzierung von kirchlichen Gebäudesanierungsmaßnahmen vor. Da Gebäudesanierungen zum Teil kostspielige Unterfangen seien, empfahl er, zunächst einen Finanzstatus für die Gebäude zu erstellen. Als alternative Finanzierung nannte er die Möglichkeit des Energiecontracting: Hier würde die Maßnahme durch einen Dritten finanziert.
Zu Wort kamen auch Mitarbeiter aus Kirchengemeinden, die bereits ein Umweltmanagement eingeführt haben oder daran arbeiten. Wolfgang Römer und Willi Schäfer, Umweltmanagementbeauftragte der Gemeinde Liebfrauen in Holzwickede, stellten heraus, dass die ganze Gemeinde ein schöpfungsbewusstes Handeln mittragen müsse. Notwendig seien außerdem ausreichende Information der Kirchengemeinde über die zu treffenden Maßnahmen sowie eine gewisse Hartnäckigkeit bei der Durchsetzung der Ziele. Die beiden führten aus, dass die Gemeinde ihren Stromverbrauch um 49 Prozent und ihren Gasverbrauch um 29 Prozent verringert habe. Dies sei unter anderem dadurch erreicht worden, indem man 286 Glühbirnen ausgetauscht sowie die Zeiten für das Heizen und die Warmwasseraufbereitung in den Gebäuden angepasst habe. Zudem sei das Pfarrhaus saniert und wärmeisoliert worden. Auf diese Weise habe man in den Jahren 2006 bis 2009 eine Gesamtsumme von 34.000 Euro an Energiekosten einsparen können.

Die Gemeinde Liebfrauen wurde 2010 bereits zum zweiten Mal mit dem Umwelt-Zertifikat „Grüner Hahn“ ausgezeichnet. Zudem bekam die Gemeinde als erste Kirchengemeinde Deutschlands die Registrierurkunde EMAS III verliehen. EMAS bedeutet "Eco-Management and Audit Scheme" und beinhaltet die mittlerweile noch strenger gewordenen Vorgaben, die für ein zertifiziertes Umweltmanagement notwendig sind.

Zu Beginn der Tagung hatte Ansgar Kaufmann, Vorsitzender des Diözesankomitees, betont, dass das Thema „Bewahrung der Schöpfung“ seit vielen Jahren zentral für die Vertretung der Laien im Erzbistum Paderborn sei. Er verwies auf den Wettbewerb „Solidarisch Leben in Gottes Schöpfung“, der seit 1988 bereits zwölf Mal durchgeführt worden sei. (pdp-n-15.11.2010)

Die Beiträge der Referenten können Sie hier abrufen:

  • Christian Dahm, EnergieAgentur NRW, Teil 1, Teil 2
  • Wolfgang Schütte, Bank für Kirche und Caritas, folgt
  • Detlef Herbers, Erzbistum Paderborn, folgt

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