Aktuelles
Wort zum Neuen Jahr 2011: Leben in Fülle für alle

„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ 

Diese Aussage Jesu aus dem Johannes Evangelium gehört zu den großen Verheißungen, auf die wir Christen unsere Hoffnung setzen dürfen.  Wir vertrauen darauf, dass diese Hoffnung, die uns auch durch das neue Jahr 2011 begleiten soll, stärker ist als alle Probleme und  Nöte, die uns bedrängen.

Das zurückliegende Jahr 2010 war für die katholische Kirche in Deutschland ein schwieriges Jahr. Sozialwissenschaftliche Untersuchungen und eine deutlich gestiegene Zahl von Kirchenaustritten machten deutlich, dass die Distanz vieler Menschen zur Kirche und ihren Glaubensaussagen größer wird. Besonders  bestürzend waren jedoch die Fälle von sexueller Gewalt an  Kindern und Jugendlichen, die im letzten  Jahr bekannt wurden.  Unverantwortlich handelnde  kirchliche Mitarbeiter, auch Priester und Ordensleute,  haben großes Leid bei ihren Opfern verursacht und der Kirche nachhaltig geschadet.  Als Diözesankomitee haben wir uns für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dieser Problematik und vor allem für eine wirkungsvolle Prävention sexuellen Missbrauchs eingesetzt.

Wir blicken aber auch zufrieden auf das Jahr 2010 zurück, wenn wir uns etwa an den Ökumenischen Kirchentag in München und an das  eindrucksvolle „Fest der Kirchen“ in Hemer erinnern. Bei beiden Glaubensfesten war erfahrbar,  wie einfach und wie bereichernd die Gemeinschaft der Christen sein kann.  Wir werden uns auch weiterhin für ein ökumenisches Miteinander auf allen Ebenen einsetzen.  Unser herzlicher Dank gilt all jenen, die sich im Jahr 2010 für ihre Mitmenschen, für die Weitergabe des Glaubens,  für die Schöpfung, für Gerechtigkeit und für Frieden engagiert haben.

Die Verheißung aus dem Johannes Evangelium wird für uns als Diözesankomitee für das Jahr 2011 Auftrag und Verpflichtung sein.  Wir unterstützen den breit getragenen „Aufruf für eine prophetische Kirche“. Angesichts  von Armut, Hunger, Krieg und Umweltzerstörung fordert dieser, der Resignation zu widerstehen und der die Welt verändernden Kraft des Glaubens zu vertrauen.  Der Schutz des Klimas und das Bemühen um ökologischen und fairen Konsum sind konkrete Möglichkeiten, allen Menschen auf der Welt ein Leben in Fülle zu ermöglichen. In unserem  Land  wollen wir uns in die Diskussion um ein gerechtes und zukunftsweisendes Bildungssystem einbringen.  Hier gilt es, allen Kindern und Jugendlichen Bildungschancen zu eröffnen, die ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen entsprechen.

Die durch die Perspektive 2014 unseres Erzbischofs Hans Josef Becker angestoßenen Entwicklungen in unserem Erzbistum werden wir auch weiterhin konstruktiv begleiten und besonders die Sicht der ehren- und hauptamtlichen Laien in den Pfarrgemeinden und Verbänden  in die Diskussionen einbringen.  Trotz  tief greifender Veränderungen in unseren Gemeinden und Pastoralverbünden darf die Nähe zu den Menschen nicht verloren gehen. 

So ist das anfangs zitierte Wort Jesu auch für das neue Jahr Verheißung, aber auch Auftrag: Es gilt, unsere Berufung durch Taufe und Firmung anzunehmen und für die Menschen in unseren Dörfern und Städten glaubwürdige Zeugen des Evangeliums zu sein, „damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“    

Wir laden ein, sich mit uns gemeinsam immer wieder neu auf diesen Weg zu machen und wünschen allen Gottes reichen Segen für das neue Jahr 2011.

Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn:

Kathrin Jäger, Vorsitzende                                                     Ansgar Kaufmann, Vorsitzender


Zurück zur Übersicht der Artikel

Was raten wir den Räten
Eine Stellungnahme des Diözesankomitees im Erzbistum Paderborn
mehr...

Adresse des Diözesankomitees:
mehr...