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Gedanken zum Martinsfest

Gedanken zum Martinsfest

Vor einigen Tagen las ich ein Interview mit dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein Torsten Albig zu der Flüchtlingspolitik. Mich hat seine kurze, prägnante Antwort beeindruckt, als er in seinem Büro gefragt wurde, warum er sich so für die Flüchtlinge einsetzt. Er zeigte auf die Figur auf seinen Schreibtisch, Martin Luther. Torsten Albig ist evangelischer Christ. „Wir setzen uns in unserem Land ein, weil wir eine Haltung haben!“

2015 wird zu einem Jahr, in dem wir nicht nur St. Martin spielen, nein, wir sollen auch wie St. Martin sein!

Das Diözesankommitee im Erzbistum Paderborn schreibt uns zum Martinsfest und wir können das ganze, lesenswerte Wort im Schaukasten nachlesen: „Ganz konkrete Menschen aus fernen Ländern sind zu uns gekommen oder unterwegs zu uns. Sie sind durch Vertreibung in Not geraten. Jetzt sind wir in deiner Rolle, St. Martin: Wir teilen wie du den Mantel und mehr, ein Dach über dem Kopf, unsere Erfahrung, unsere Zeit.“

Wie sagte Jesus eben im Evangelium? „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, habt ihr mir getan“.

Stellt euch vor, er stände jetzt hier in unserer Mitte, dann könnte er uns sagen:

  • „Die syrischen Kinder brauchten einen Kindergartenplatz und ihr habt ihnen noch Wärme und Geborgenheit dazu geschenkt!
  • Ihre Eltern konnten die Sprache nicht, und ihr habt ihnen Deutsch beigebracht und zugehört.
  • Die Familien brauchten Möbel für die neue Wohnung und ihr habt ihnen Nachbarschaftshilfe geleistet.
  • Die afrikanische Familie kam mit den Formularen nicht zurecht und ihr habt sie begleitet und sie nicht allein gelassen“.

Wer eine Haltung hat, macht nicht viel Aufhebens darum. Nicht St. Martin, nicht Jesus, nicht die vielen Ehrenamtlichen – auch hier in unserer Gemeinde. Manche mögen lächeln, andere Angst vor Fremden haben, das hindert nicht.

Eine Haltung ist kein Sonntagsmantel, den ich nach dem Kirchbesuch wieder bis nächsten Sonntag an die Garderobe hänge.

Eine Haltung ist ein Mantel, den ich teile, damit der Nächste Wärme, Geborgenheit, Liebe und Zuwendung bekommt.

 

 Ulrike Nagel, Gemeindereferentin

 8. November 2015, Familiengottesdienst in St. Michael in Dortmund-Lanstrop


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