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„Es muss kein Gegensatz sein“
Evangelischer Bischof Hein hält Festvortrag beim 12. Pfingstempfang des Diözesankomitees am 9. Juni in Soest

Paderborn/Soest. Beim 12. Pfingstempfang hatte das Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn unter dem Leitgedanken Versöhhnung durch Erinnerung – ÖKUMENE im Jahr des Reformationsjubiläums“ in diesem Jahr nach Soest eingeladen. Neben 120 Verantwortlichen aus Kirche und Gesellschaft aus den unterschiedlichen Regionen des Erzbistums konnten gleich zwei Bischöfe begrüßt werden: Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker und Bischof Prof. Dr. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Ökumene als Thema: Jürgen Fenneker (Vorstand Diözesankomitee), Erzbischof Hans-Josef Becker, Evang. Bischof Martin Hein, Annika Manegold (Vorsitzende Diözesankomitee), Prälat Thomas Dornseifer und Nadine Mersch (Vorstand Diözesankomitee), Ansgar Kaufmann (Vorsitzender Diözesankomitee)
Foto: Schäfer/DK
Das Thema Ökumene liegt uns schon lange am Herzen“ sagte Vorsitzender Ansgar Kaufmann in seiner Begrüßung und wies auf regelmäßige Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Westfälischen und Lippischen Landeskirche hin. Besonders intensiv war die Zusammenarbeit bei den beiden Ökumenischen Kirchentagen 2003 in Berlin und 2010 in München – in dem Jahr hatte das Diözesankomitee über die Perspektiven der Ökumene diskutiert. Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, dessen Erzbischof Martin Hein seit dem Jahr 2000 ist, hat im Bereich Waldeck eine Überschneidung mit dem Paderborner Erzbistum.

Ansgar Kaufmann und Annika Manegold (Vorsitzende Diözesankomitee)
Foto: Schäfer/DK
Annika Manegold, Vorsitzende des Diözesankomitees, wies auf die Bedeutung der Christinnen und Christen hin, Kirche und Gesellschaft mitzugestalten, sich einzumischen und zu Wort zu melden. „In diesen bewegenden Zeiten von Neuwahlen in vielen Ländern unserer Welt, Terrorakten, steigender Zahl von Kriegen und immer mehr Auswirkungen durch den Klimawandel, gilt es für uns als Christinnen und Christen weiterhin unsere Stimme für Frieden, Demokratie, Toleranz und Schöpfungsverwahrung erheben, damit rechtspopulistische Strömungen keinen Nährboden finden und Fremde, die zu uns kommen, sich auch wie Einheimische fühlen können.“

Erzbischof Becker hält das Grußwort zum diesjährigen Pfingstempfang
Foto: Schäfer/DK

Beim diesjährigen Form der Begegnung rief Erzbischof Becker als einer der Ehrengäste in seinem Grußwort dazu auf, sich von negativen Erfahrungen in den Gemeinden vor Ort nicht lähmen zu lassen, sondern persönliche Glaubensüberzeugungen in das Leben der Menschen zu tragen. „Der Weg zu Christus ist in der Gemeinschaft der Christen zu finden“ so Becker mit Hinweis auf das Jahr 2017, das als „Christusjahr“ begangen wird. Besonders dankte er dem Diözesankomitee, das als Vertretung des Laienapostolats immer wieder Eindrücke aus dem Leben der Gläubigen vor Ort und der Gesellschaft spiegele und ihn seit Jahren als ernstzunehmender Ansprechpartner in seiner Arbeit unterstütze. Weitere Ehrengäste waren Prälat Dornseifer (Paderborn), der Dechant Thomas Wulf (Pastoralverbund Lippstadt-Rüthen), Pfarrer Gunnar Grahl (Vorsitzender der Paderborner Arbeitsgemeinschaft der Christlichen Kirchen in Deutschland) sowie Raphael Tigges (Landtagsabgeordneter der CDU).

Bischof Prof. Dr. Martin Hein während seines Festvortrags in Soest.
Foto: DK/Schäfer

In seiner Festrede hob Bischof Hein, auch stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Christlichen Kirchen in Deutschland (ACK), das Reformationsjubiläum als eine Bewegung des Aufeinander-Zugehens hervor.

Das Luthergedenken werde jetzt zum ersten Mal bewusst ökumenisch im „gegenseitig verstehen wollen“ begangen. Auch Katholiken hätten im Laufe der Zeit immer wieder die Frage gestellt, was ihnen Luther zu sagen hätte. Die heutige Zeit sei gekennzeichnet von ökumenischen Herausforderungen neuer Art: „Wir geraten in Europa in eine Minderheiten-Kultur, in der das kirchlich-konfessionelle Christentum nicht mehr zum Alltag gehört“, sagte Hein. So sei das christliche Leben vor Ort an vielen Stellen gemeinsam mit der katholischen Kirche zu gestalten - „Es muss kein Gegensatz sein, wenn evangelischerseits gefeiert und katholischerseits gedacht wird“, so Hein.

Foto: Schäfer/DK

Erträge der Reformation habe es verschiedene gegeben, so Hein. Es müsse beispielsweise jede christliche Organisationsform der Verkündigung dienen. Glaube sei „gebildeter Glaube“, weil er zur Mündigkeit führen könne. Darüber hinaus habe die Reformation keine neue Kirche geschaffen, sondern Reformation sei eine Konzentration auf Jesu Wort und „kann auch in anderen Kirchen passieren!“. Aber die Reformation Luthers sei eben exemplarisch gewesen. Und der entscheidende Impuls der Reformation sei schließlich der Impuls der Freiheit gewesen, der ein bleibender Impuls war.

v.l.n.r.: Bischof Hein (Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck), Erzbischof Hans-Josef Becker, Prälat Thomas Dornseifer
Foto: Schäfer/DK

Der junge Soester Saxophonist Maxim Hartmann begleitete die Veranstaltung musikalisch durch den Abend und beeindruckte die Zuhörer mit verschiedenen Stücken.

Am Samstag schloss sich die Vollversammlung des Diözesankomitees an. Der „Ruf des Diözesankomitees im Erzbistum Paderborn zum Erinnerungsjahr 2017 „Alle sollen eins sein“ und die Unterstützung des Berliner Aufrufs „Farbe bekennen für die Demokratie“ wurden beschlossen.

Das Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn ist die demokratisch gewählte Vertretung der katholischen Laien, der Frauen und Männer aus den Pfarrgemeinderäten und den katholischen Verbänden


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