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5. Pfingstempfang im Rathaus Paderborn 2010
„Tun, was uns eint“

Fast 150 Teilnehmer konnte der Vorsitzende des Laiengremiums, Ansgar Kaufmann,  im Ratssaal des Paderborner Rathauses begrüßen. „Bewusst haben wir einen Ort außerhalb kirchlicher Räume gewählt, um deutlich zu machen, dass wir uns als Christen und Christinnen in der Kirche – und eben ganz besonders in der Welt – engagieren“ so Kathrin Jäger vom Diözesankomitee zur Wahl des Ortes.
Aus allen Teilen der Diözese und aus Gemeinde, Verbänden und Institutionen waren die Gäste gekommen, um sich mit einer brillanten Bildershow von Paulus Decker noch einmal in die Stimmung des Münchner Kirchentages versetzen zu lassen. Auch inhaltlich wirkte das Glaubensfest noch nach. „Wenige Tage nach Abschluss des Ökumenischen Kirchentages war es für uns selbstverständlich, die Ökumene auch heute zum Thema zu machen. Deshalb freuen wir uns besonders, dass wir den Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. Alfred Buß, gewinnen konnten,“ begrüßte Ansgar Kaufmann den Referenten des Abends.
Die Wahl des Referenten war eindeutig ein Glücksgriff. Unter dem Titel „Wege der Hoffnung für die Einheit der Christen“ warb Alfred Buß eindringlich für eine Intensivierung der Ökumene. „Christ sein heißt die Ökumene vorantreiben und die Ökumene ist für unsere Kirchen Pflicht und nicht Kür,“ stellte er klar.

„Uns eint mehr als uns trennt“
„Das Problem Ökumene harrt seiner Lösung und die momentane Krise hat auch

mit den Erfolgen in der Ökumene zu tun, die wir in den letzten Jahren erzielt haben. Je näher wir uns kommen, umso schmerzlicher empfinden wir das immer noch Trennende. Aber uns eint mehr, als uns trennt.“ Nachdem der westfälische Präses zunächst ein realistisches und ehrliches Bild zum Stand der Ökumene und zu deren Problemen entworfen hatte, stellte er vor allem die bereits gelebte Ökumene und die Chancen auf dem weiteren Weg heraus. Bereits jetzt hätten die Kirchen auch voneinander gelernt und die jeweils andere Tradition als bereichernd erlebt. Die Neuentdeckung der Bibel in den katholischen Gemeinden sei hier genauso zu nennen wie eine Renaissance des Sakramentalen im evangelischen Bereich.   Bezogen auf die aktuelle Aktion „Schachtzeichen“ im Ruhrgebiet sagte Präses Buß: „Wäre es nicht schön, wenn wir in einigen Jahren auch gelbe Ballons an den Orten aufsteigen lassen könnten, wo die ersten Schritte zur ökumenischen Zusammenarbeit gegangen worden sind. Diese Ballons erinnern dann hoffentlich an die überwundene Trennung der Kirchen.“
Die Hoffnung auf Fortschritte in der Ökumene teilte auch Monsignore Thomas Dornseifer, der als stellvertretender Generalvikar Erzbischof Hans-Josef Becker vertrat. Er erinnerte an Lorenz Kardinal Jaeger, der bereits in den vierziger Jahren, also lange vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil, wichtige Impulse für die Ökumene gegeben habe. „Die  Fortschritte in der Ökumene in den letzten Jahren sollte man nicht übersehen und wir können heute sagen: Die Ökumene ist unumkehrbar,“ erklärte er in seinem Grußwort. Mit Dr. Michael Haardt und Dr. Burkhard Neumann waren auch zwei Direktoren des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik zu Gast, das in Paderborn seinen Sitz hat.

Reformationsjubiläum 2017
Auch Paderborns Bürgermeister Heinz Paus gab sich als ein Verfechter der Einheit der Christen zu erkennen: „Dass hier in Paderborn auch an evangelischen Einrichtungen zur Fronleichnamsprozession geflaggt wird, finde ich ein gutes Zeichen der Ökumene.“ Paus erinnerte, wie auch andere Redner, an die gänzlich anderen Verhältnisse noch vor vierzig Jahren, als das Gegeneinander der Konfessionen und das gegenseitige Misstrauen doch noch sehr groß gewesen seien.   
Einen Blick in die Zukunft warf schließlich Hans-Georg Hunstig, der zum Präsidium des Ökumenischen Kirchentages gehört hatte. Gegen manche Bedenken erklärte er: „Ich wünsche mir spätestens zum Reformationsjubiläum 2017 einen dritten Ökumenischen Kirchentag.“
Für den im September 2009 gewählten neuen Vorstand des Diözesankomitees war es der erste Pfingstempfang. Kathrin Jäger war sehr zufrieden mit der Resonanz und dem Ablauf des Abends: „Wir freuen uns über die zahlreichen Gäste und konnten mit dem Thema Ökumene auch ein Zeichen für unser Erzbistum setzen.“  Dr. Peter Witte, der sich besonders in dem Themenfeld Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung engagiert, sah sich durch die Ausführungen von Präses Buß bestätigt. „In unserem Bemühen um Klimaschutz und weltweite Gerechtigkeit haben wir viele gemeinsame Positionen mit dem Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen. Dies bestärkt uns als Diözesankomitee.“    

Pfingstempfang ist eine gute Tradition
Auch Vorstandsmitglied Clemens Huerkamp freute sich über einen gelungenen Abend: „Der Pfingstempfang ist mittlerweile eine gute Tradition. Wir werden auch weiter versuchen, aktuelle gesellschaftliche und kirchliche Fragen aufzugreifen und sie in diesem Rahmen zu diskutieren.“  
Unter den Gästen waren Vertreterinnen und Vertreter aus den Dekanaten, Pfarrgemeinderäten und Verbänden, aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Erzbistums Paderborn sowie ehemalige Mitglieder des Diözesankomitees. Außerdem nahmen aus der evangelischen Kirche unter anderem Superintendentin Anke Schröder vom Evangelischen Kirchenkreis Paderborn und Manfred Schwarz vom Landesausschuss Westfalen des Evangelischen Kirchentages teil. Mit beiden gibt es bereits eine gute ökumenische Zusammenarbeit. Von politischer Seite waren der Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Patrick Sensburg, MdB und Maria Westerhorstmann aus dem Landtag zu Gast.

Abschluss des Projektes „Fußwaschung“
Einen Abschluss fand im Rahmen des Pfingstempfanges auch das Projekt „Die Fußwaschung“. Die Bilder sind seit dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003, wo sie am Paderborner Stand erstmals zum Einsatz kamen, auf Initiative des Diözesankomitees in vielen Einrichtungen innerhalb des Erzbistums Paderborn ausgestellt worden. In Kirchen, Schulen, Bildungshäusern, aber auch  bei Veranstaltungen regten sie zur Auseinandersetzung an, wie Christinnen und Christen heute nach dem Vorbild Jesu handeln können. Auch in München war das Bild Bestandteil des gemeinsamen Standes von Erzbistum und Diözesankomitee. Das Kunstwerk von Thomas Jessenwird nun seinen dauerhaften Platz im Jugendhaus Hardehausenfinden. Zuvor wird es noch einmal Station auf der Landesgartenschau in Hemer machen. Dort ist es beim Fest der Kirchen am Samstag, dem 11. September 2010 zu sehen. Zu diesem weiteren ökumenischen Großereignis lud Ansgar Kaufmann im Namen des Diözesankomitees abschließend alle Gäste herzlich ein.

Für die musikalische Umrahmung des Empfangs und des anschließenden Imbiss sorgte das Duo Jazzpop Holzmman-Jäger. Mit vielen interessanten Gesprächen und ersten Ideen für eine Intensivierung der Ökumene klang der Empfang am späten Abend aus.

Die Rede des Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen ist hier zu finden: Rede Präses Buß.pdf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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