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Die gute Nachricht lustvoll vom Berg verkünden
8. Pfingstempfang in Warstein

v.l.:Dechant Wulf, Dr. Leßmann, K.Stieneke, A.Kaufmann,K.Jäger,Dr.Florin,Präl.Dornseifer,G.Fuhs

Die Kirche sollte Ihre Kernbotschaft erheblich offensiver in der Öffentlichkeit und der Medienlandschaft verkünden und sich nicht wegducken oder auf Nebenkriegsschauplätzen
verzetteln. So lautet die Quintessenz des Vortrages von Frau Dr. Christiane Florin, Redaktionsleiterin der Zeitung „Christ und Welt“ in der Wochenzeitung „Die Zeit“, anlässlich des Pfingstempfanges des Diözesankomitees am 24.05.2013 in der LWL Klinik in Warstein.

Begegnung im Festsaal der LWL-Klinik Warstein
Rund 100 Gäste waren der Einladung der Laienvertretung im Erzbistum Paderborn zum achten
Pfingstempfang in den prächtigen Festsaal der LWL-Klinik in Warstein gefolgt. Die Medienpräsenz der Kirche stand dabei im Mittelpunkt der Veranstaltung.

 

 

Dr. Leßmann, LWL-Klinik
Der ärztliche Direktor der LWL-Klinik Dr. med. Josef J. Leßmann hob in seinen Begrüßungsworten als Hausherr die bestehenden Verbindungen zwischen den psychiatrischen Disziplinen und Kirche bzw. Religion hervor. Die Religion sei mit Ihren Riten und Ritualen für die Seele haltgebend. Da die Kirchenbindung weiter zurückgehe, aber eine vermehrte Sinnleere und Vereinsamung diagnostiziert werden könne sei u. a. eine verstärkte Nachfrage der psychiatrischen Angebote festzustellen. Beide Institutionen litten jedoch an einem schlechten Image. Stärkere Kundenorientierung und Öffentlichkeitsarbeit seien sowohl für die Psychiatrie als auch für die Kirche unabdingbar, um mit wichtigen Inhalten öffentlich wahrgenommen zu werden.

Die Vorsitzenden des Diözesankomitees, Kathrin Jäger und Ansgar Kaufmann, griffen die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit in Ihren Begrüßungsworten auf. „Zu sagen haben wir viel. Wir haben eine großartige Botschaft. Dazu benötigen wir die Medien und müssen sie offensiv nutzen“, so Ansgar Kaufmann.

Dr. Christiane Florin, Christ und Welt
Dr. Christiane Florin legte in Ihrem Vortrag „Fährt Gott U-Bahn?“ die aktuelle Situation der deutschen Kirche in den Medien dar und gab aus Ihrer Sicht mediale Handlungsempfehlungen. Die Wahl von
Papst Franziskus, der authentisch, bescheiden und wie einer von uns auftrete, habe eine Welle der Sympathie ausgelöst. Die deutsche Kirche bekomme von diesem „Schlichtheits-Glamour“ jedoch wenig ab.

Am Beispiel mehrerer Talkshows mit theologischen Themen beleuchtete Sie die Medienpräzens
der katholischen Kirche. Dabei komme den seltenen bischöflichen Auftritten bis auf Ausnahmen zumeist die polarisierende Rolle zu. Vermehrt werden aufgrund der bischöflichen medialen Sprachlosigkeit „Hobby-Theologen“ und Vertreter der religiösen Ränder als kompetente Gäste gesehen und eingeladen.

Im Rahmen eines nabelschaulichen Exkurses skizzierte Frau Dr. Florin auch, warum die
Journalisten über die Kirche zumeist negativ berichten. Flugzeugabstürze seien nun einmal interessanter als tausende glückliche Landungen. Politik wie Kirche müssten damit leben, dass nun einmal der Skandal gegenüber der langjährigen rechtschaffenen Arbeit medial interessanter sei. Man müsse sich nur dieser öffentlichen Diskussion stellen!

Weiterhin hob sie heraus, dass die Journalisten und Medien heutzutage vermehrt die vormaligen
Aufgaben der Kirche als Ratgeber und Kümmerer übernommen hätten. Beispielhaft führte sie dabei die „sinnstiftenden“ sozialen Netzwerke und sozial daher kommende Fernsehformate an.

Schließlich beließ es Frau Dr. Florin nicht bei Analyse und Kritik, sondern machte auch Vorschläge. So sollten Kirchenvertreter mehr Lust im Umgang mit den Medien verspüren und diese auch zeigen - und sich nicht bei nächster Gelegenheit „katholisch wegducken“. Daneben sollte vermehrt über den Kern des - eigenen - Glaubens geredet werden, als zu versuchen auf dem engen und weit gefächerten Markt der Ethik und Moral zu punkten.

Abschließend mahnte sie noch einen offeneren Umgang mit den Problemen an. Konflikte und
Skandale sollten offen benannt und der Umgang mit ihnen transparent gemacht werden. Trotz guter Bemühungen aufgrund der letzten kirchlichen Vorfälle sei auf diesem Feld noch viel Luft nach oben.

„Nein, Gott und die christliche Botschaft gehören nicht in die U-Bahn, sondern in der Nachfolge Jesu auf den Berg, wo sie für alle sicht- und hörbar ist“, schloss die Referentin ihre Ausführungen.

Sehr zufrieden äußerte sich die Vorsitzende des Diözesankomitees, Kathrin Jäger, nach der Veranstaltung: „Frau Dr. Florin hat uns allen in ihrem beeindruckenden Vortrag wichtige Impulse für die Neugestaltung des Verhältnisses von Kirche und Medien gegeben. Diese gilt es jetzt aufzugreifen und umzusetzen.“

Fotos: Dr. Paulus Decker, Diözesankomitee

Weitere Bilder vom Pfingstempfang finden Sie hier.


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