Aktuelles
„Lebenswirklichkeit von Ehe und Familie ernst nehmen“
Stellungnahme des Vorstandes des Diözesankomitees zu den Ergebnissen der Familiensynode

Die Synode mit dem Thema „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“, die in den vergangenen zwei Wochen im Vatikan stattgefunden hat, wurde auch in unseren Gemeinden und Verbänden mit Spannung mitverfolgt. Dies zeigt uns, dass die behandelten Themen rund um Ehe und Familie wichtige Themen für die Zukunft der Kirche sind, die auch bei den Menschen in unserem Erzbistum auf großes Interesse stoßen.

Gleichzeitig wissen wir aus unserer Arbeit und aus der vorangegangen Fragebogenaktion, welche Erwartung die ganz große Mehrheit der Menschen zur Synode hatte. Erwartet wurde eine deutliche Öffnung hin zur Gruppe der wiederverheiratet Geschiedenen und auch hin zu verantwortungsvollen Partnerschaften außerhalb der sakramentalen Ehe.  Diese Erwartungen – so müssen wir mit einer gewissen Enttäuschung feststellen – hat die Synode bislang nicht erfüllt. Hier hätten wir uns mehr Mut und eine noch stärkere Berücksichtigung der realen Situationen gewünscht.

Wir nehmen aber auch wahr, dass in der Synode sehr offen und auch kontrovers diskutiert und um gute Lösungen gerungen wurde. Es war sicher auch eine große Bereicherung, dass die Meinung der Gläubigen in der Synode gehört wurde und dass man sich um eine neue Sprachfähigkeit in Fragen von Sexualität, Ehe und Familie bemüht hat. Auch eine neue Sicht gleichgeschlechtlicher Partnerschaften wurde innerhalb der Synode diskutiert, was wir sehr begrüßen.

Papst Franziskus hat deutlich den Auftrag erteilt, die Ergebnisse der diesjährigen Synode „reifen zu lassen und konkrete Lösungen für alle Schwierigkeiten und die unzähligen Herausforderungen zu finden, welchen die Familien begegnen müssen“. Diesen Auftrag wollen wir als Diözesankomitee annehmen und auch weiterhin intensiv an der Diskussion teilnehmen.

Dafür kann die Position des Familienbundes der Katholiken eine gute Ausgangsposition sein. Dort heißt es u.a. „Ohne die Leitvorstellung von ehelicher Bindung und Treue zu verletzen, bedarf es einer lebensnäheren Betrachtung der gesellschaftlichen Entwicklungen und dabei insbesondere der konkreten Situation wiederverheirateter Geschiedener. Statt Verurteilung und Entmutigung braucht es konkrete Hilfestellungen aus dem Glauben und der kirchlichen Praxis. Eine zivile Zweitehe sollte nicht einfach als fortdauernder Ehebruch verurteilt, sondern je nach Situation auch als verantwortungsvoller Neuanfang   bewertet werden. Es muss im konkreten Gemeindealltag erfahrbar werden, dass auch wiederverheiratete Geschiedene zur Kirche gehören und nicht ausgegrenzt werden. Ziel der Pastoral muss es sein, Menschen auf der Suche nach gangbaren Wegen in die Zukunft zu begleiten.

Wir sehen in einer bloßen Veränderung der Praxis von Eheannullierungsverfahren keinen geeigneten Weg, die Frage des Umgangs  der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen angemessen im Sinne des Evangeliums zu lösen. Die Neuausrichtung der Familienpastoral muss aufgrund der kulturellen Heterogenität der Weltkirche in den jeweiligen Ländern verantwortet werden.“

Wir vertrauen auch auf Papst Franziskus, der in seiner Abschlussansprache seine Position so skizziert hat: „Eine Kirche, die für die Menschen da sein will, die bückt sich. Die bückt sich, um die Lebenswirklichkeiten wahrzunehmen – und schaut nicht zuerst mit der Brille des Kirchenrechts. Das hat nichts damit zu tun, ‚die Melodie der Welt‘ nachzupfeifen, das hat damit zu tun, bei den Menschen zu sein. 

Vorstand des Diözesankomitees im Erzbistum Paderborn:

Annika Manegold (Vorsitzende), Ansgar Kaufmann (Vorsitzender), Michael Hullermann und Nadine Mersch


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