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Flüchtlinge willkommen?! - Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten
Überwältigende Resonanz aus dem ganzen Erzbistum

Vertreter und Vertreterinnen der Veranstalter
 Paderborn. "Das Thema brennt" so bringt Annika Manegold, Vorsitzende des Diözesankomitees, die unerwartet große Resonanz auf die Abendveranstaltung am 28. April in Paderborn auf den Punkt. Aufgrund von Platzmangel in der Aula des Bildungshauses Liborianum mussten die etwa 250 Teilnehmenden in die Kirche umziehen. 

Die Veranstaltung "Flüchtlinge willkommen?! - Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten im  Erzbistum Paderborn" ist von verschiedenen Trägern vorbereitet worden: missio-Diözesanstelle und Erzbistum Paderborn, Caritasverband,  Caritaskonferenzen, Micado - Fachdienst für Integration und Migration, Bildungs- und Gästehaus Liborianum und Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn.

Zu Beginn greift Erzbischof Hans-Josef Becker den Ortswechsel auf: "Werkstatt passt zum Altar und Altar passt zur Werkstatt" und betont die Verbindung von Glauben und christlichem Auftrag gerade bei den Herausforderungen durch die zunehmende Zahl von Flüchtlingen auch in unseren Gemeinden. "Niemand verlässt leichtfertig sein Land" so der Erzbischof, der auch für Verständnis für Armutsflüchtlinge wirbt. Notwendig seien jetzt Koordination der vielen Initiativen und eine fachliche Begleitung. Das ehrenamtliche Engagement sei unersetzlich und der Erzbischof dankte allen, die durch ihren Einsatz auch ein Zeichen für ihren Glauben setzen.

M. Wacker
Pfarrer Meinolf Wacker aus dem Pastoralverbund  Kamen-Kaiserau gibt mit einer Gruppe Flüchtlingen einen Einblick in die ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten, die Gründe und Etappen der Flucht und das Leben als Flüchtling in Deutschland. "Begegnung ist Bereicherung" so bringt Meinolf Wacker die Erfahrungen in seiner Kirchengemeinde auf den Punkt.

In sechs Workshops geben kommen die Teilnehmenden mit verschiedenen Fachleuten ins Gespräch über die konkreten Herausforderungen aber auch die Handlungsmöglichkeiten gerade auch für die in den Kirchengemeinden Engagierten. 

Workshop Zentrale Unterbringungseinrichtung
Michael Wöstemeyer und Martina Becker berichten zum Beispiel aus der Arbeit der Zentralen Unterbringungseinrichtung, die Kolping in Bad Driburg betreibt. Wöstemeyer betont, das die Atmosphäre ganz wichtig sei in dem Haus, in dem durchschnittlich 200 Bewohner betreut werden. Dabei ist die Haltung der Mitarbeiter aber auch das große ehrenamtliche Engagement ein beteutender Beitrag. Die landesweite Tendenz zu immer größeren Einrichtungen sieht er äußerst kritisch. "Einrichtungen müssen klein und dezentral sein". Wichtig ist dem Träger der Einrichtung aber auch, den Menschen zu ermöglichen ihren Glauben zu leben. Diese Angebote würden gut angenommen, so der Einrichtungsleiter Michael Wöstemeyer.

Martin Strätling

Im abschließenden Plenum stellen alle Workshopleiter ihre wichtigsten Erkenntnisse vor. Martin Strätling von MiCado. Fachdienst für Integration und Migration im Caritasverband Paderborn fordert eine ausreichende fachliche Betreuung der immer größer werdenden Zahl von Flüchtlingen und auch Fortbildungen für Ehrenamtliche und Informationen über Möglichkeiten des Engagements.

 Aus dem Workshop "Umgang mit Vorbehalten und Ängsten" benennt Christian Haase drei wichtige Punkte: Aufklärung - Begegnung - Vernetzung. Dabei ermutigt er die Engagierten, bei den Kommunen "lästig zu sein" und immer wieder Unterstützung anzufragen. "Handeln Sie aus dem Glauben heraus - und zeigen Sie das!"

Die Gynäkologin Dr. Blanke regt an, Patenschaften für Flüchtlinge zu übernehmen und ihnen "ein Ohr zu leihen". Aber auch professionelle therapeutische Hilfen seien für die oftmals traumatisierte Menschen dringend notwendig.

 Als ehrenamtliche Mitarbeiterin der Caritas-Konferenzen in der Flüchtlingsarbeit bekräftigt Frau Lüke die Notwendigkeit, Kräfte zu bündeln, in Netzwerken zu arbeiten und sich gegenseitig zu stärken.

Das Diözesankomitee greift das Thema Flüchtlinge auch beim kommenden Pfingstempfang auf. Am 29. Mai steht der 10. Pfingstempfang unter dem Thema "Flüchtlingsströme in Europa". Der Vorsitzende Ansgar Kaufmann sagt "Wir freuen uns, dass wir mit Elmar Brok einen erfahrenen Europa-Politiker für den Festvortrag gewinnen konnten. Das Programm finden Sie hier.

Im Rahmen der letzten Vollversammlung hat das Diözesankomitee mit besonderem Blick auf junge Flüchtlinge am 07.03.2015 den Beschluss "Für ein menschenwürdigen Leben junger Flüchtlinge" gefasst.

 


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